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Manifest

Die Klimakrise ist eine Konsequenz aus Entkopplung: Der Entkopplung des Menschen von der Umwelt, der Politik vom Bürger, des Produkts vom Produzenten. Die Krise ist die Folge einer unterbrochenen Verbindung zwischen Herstellung auf der einen Seite und Verkauf und Konsum auf der anderen Seite; eine Folge der unterbrochenen Verbindungen verursacht durch nationale Grenzen, die nationale Interessen vor globale Solidarität setzen. Trotz all der neuen und aufregenden Möglichkeiten unserer heutigen Vernetzung können wir nicht über die Entkopplung unserer Versprechen von dem, was wir tatsächlich tun, hinwegtäuschen.

Die Klimakrise entkoppelt: sie wird die Lücke immer weiter vergrößern – zwischen Reich und Arm, zwischen Verursachern und Opfern, zwischen denen, die in Sicherheit sind, und denen, die verletzlich und exponiert sind. Die Lösungen, die zurzeit verfolgt werden, sind allzu bekannt: Krieg und Abschottung. Weltweit profitiert eine Minderheit von einem Wirtschaftssystem, das die Ursache für die globale Erwärmung ist; und das erwirtschaftete Geld wird dafür eingesetzt, neue Mauern zu errichten. Mauern, um der Natur zu trotzen, die wir ausgebeutet haben und die jetzt beginnt, sich gegen uns richten; Mauern, um jene fern zu halten, die selbst keine Mauern bauen können, die mit den Konsequenzen von Prozessen leben und sterben müssen, zu denen sie selbst nichts beigetragen haben. Die Klimakrise lässt sich nicht auf herkömmliche Weise mit herkömmlichen Waffen bekämpfen; mit Flugzeugen, die anstelle von Bomben Schwefeldioxid geladen haben; mit Hubschraubern, die anstelle feindlicher Truppen Flüchtlingsboote ins Visier nehmen. Dies ist kein Krieg. Es ist das Gegenteil.

Die Lösung ist zu verbinden: Wir verbinden die zwei Stätten der Entkopplung: Die gescheiterte Klimakonferenz in Kopenhagen und die diesjährige Klimakonferenz in Paris. Auf unserem Weg verbinden wir diese beiden Orte und alle Orte, durch die wir fahren. Wir verbinden die Menschen, die wir treffen und die sich uns auf unserer Gegenwindfahrt vielleicht anschließen werden. Wir verbinden die Windparks in Dänemark, die Kohlegruben in Deutschland und die Konferenzteilnehmer in Paris. Wir verbinden und überwinden so, was losgelöst ist: das Lokale und das Globale. Unsere Fahrräder mögen langsam sein, doch die Klimabewegung ist schneller als viele realisieren; wir rufen die Welt auf, weiterzuziehen und die Zerstörung endlich zu beenden. Wir sind eine von Millionen Stimmen, die sich in Paris vereinen werden, um unsere Stärke zu demonstrieren. Wir verbinden unsere Körper mit der Natur; jeden Zentimeter überwinden wir mit unserer eigenen Kraft, denn dies ist, woran wir glauben: Wir bewegen uns, es ist unsere Zeit, wir haben die Stärke und wir sind viele; sehr viele mit einem gemeinsamen Ziel. Paris ist erst der Anfang. Alles verändert sich. Die Mauern bröckeln.

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